„Können wir heute Eis zum Abendbrot essen?“
Die Urlaubszeit steht vor der Tür und für viele Familien heißt das: Lange Schulferien, warme Sommernächte mit wenig Schlaf, Packen für Groß und Klein [Ahhhh, Hilfe!], Fahrten in den Urlaub und eine Sonne, die erst sehr viel später untergeht, als das Baby eigentlich ins Bett müsste. Da braucht es in der Eltern-Trickkiste mitunter mehr als nur die Sonnencreme. Wir haben mal zusammengetragen, was für lange Auto- oder Zugfahrten, bei kleinen Sonnenschutz-Verweigerern und Langeweile helfen könnte. Und wenn es am Ende dann ausnahmsweise eben doch das zweite Eis gegen die Hitze gibt… ist ja schließlich Sommer.
Das alljährliche Sonnencreme-Fiasko
Auf einer Instagram-Kachel stand vor Kurzem „Wenn dich jemand mit Sonnencreme nervt, ist das ein Zeichen von Liebe.“ Das Argument zählt aber gerade bei den Kleinsten nicht. Der Sonnenhut wird sich vom Kopf gerissen und sobald die Sonnenmilch in den Blick kommt, laufen uns die Kids davon.
Dabei kann es helfen, wenn wir spielerisch an die Sache herangehen:
Das kann eine Challenge sein „Meinst du, wir schaffen es, uns in unter 2 Minuten einzucremen?“ oder der Superheld*in-Schutz, der nicht nur vor UV-Strahlen, sondern auch gegen den zu bekämpfenden Schurken extra Schutzpunkte gibt. Wir können uns mit der Creme auch als Giraffe, Leopard, Zebra oder Tiger schminken und Tiergeräusche üben, bevor wir sie verreiben. Oder wir versuchen das Kind direkt mit einzubeziehen, indem z.B. die Großen die Punkte machen und die Kleinen diese miteinander verbinden. Bei den Kleinsten, die für eine spielerische Herangehensweise noch zu jung sind, kann es angenehmer – und manchmal Chaos-freier – sein, die Sonnenmilch mit Pinsel oder Make-Up Schwamm aufzutragen.
Micro-Adventure in Garten, Park oder Wald
Einmal am Tag raus, auch wenn es warm ist: Sich draußen zu bewegen, hilft nicht nur überschüssige Energie loszuwerden, es hebt bei vielen von uns auch die Stimmung. Auch schon bei den Kleinsten. Damit der Spaziergang ein kleines Abenteuer wird, können wir uns kleine Challenges setzen, wie z.B. alle Farben des Regenbogens zu finden oder Blätter und Blüten suchen und diese im Eimer schwimmen lassen. Aus den gefundenen Schätzen können wir auch basteln, in dem wir sie als Bild arrangieren und aufkleben, oder aus Blättern Formen ausstanzen und Girlanden bauen. Wer einen eigenen Garten hat, kann auch aus Töpfen, Sieb und Bechern schnell eine tolle Matschküche herrichten, gemeinsam Blumen säen, Erdbeeren ernten oder ein Insektenhotel bauen.
Alte Klassiker neu beleben
Um neue Spiel-Impulse zu setzen, braucht es gar nicht immer neues Spielzeug, manchmal kann man die Klassiker auch mit einem Twist neu beleben. Kreide zum Beispiel: Statt eines Bildes können wir auch einen Parcours aufmalen und uns gegenseitig neue Herausforderungen bauen. Oder wir tauchen die Kreide in Wasser ein und malen mit viel intensiveren Farben. Wenn man die Kreide länger in Wasser einweicht, wird sie zu einer Paste, die toll für Malen mit den Fingern und Handabdrücke ist. In Zuckerwasser eingelegt, kann man auch auf Papier tolle Kunstwerke schaffen.
Gegen die Langeweile
Im Urlaub gibt es immer wieder Situationen, in denen wir auf etwas warten – Autofahrten, am Flughafen oder im Restaurant. Gerade für Kleinkinder kann das schnell langweilig werden, weshalb es sich lohnen kann, eine kleine Aktivitäten-Busy-Bag dabei zu haben. Also viele kleine Aktivitäten und Spielmöglichkeiten, die schnell aus- und einzupacken sind und meist im Sitzen benutzt werden können. Die Busy Bag hält dabei nicht nur kleine Hände beschäftigt, sie lassen sich auch je nach Alter und Vorlieben der Kids mit wenig Aufwand immer wieder umgestalten und sind dadurch immer wieder aufregend. Die Ideen sind schier endlos und reichen von besonderen Glitzer-Ausmalbildern, zu Klebebausteinen, Perlen auffädeln und Sticker- oder Rätsel-Büchern.
Die Gestaltung der ersten Jahre als Familie und die Möglichkeiten des Wiedereinstiegs sind vielfältig – die Aufteilung der Elternzeit ist dabei nur ein Aspekt von vielen. In der Beratung für werdende Eltern informieren wir Sie gern zu den Möglichkeiten der Elternzeit, zum Elterngeld, zu Kinderbetreuungsmöglichkeiten, zu Anträgen sowie zur Organisation des Wiedereinstiegs.
Auto- & Zugfahrten
Oft nehmen wir, um zu unserem Urlaubsort zu kommen, lange Wege mit dem Auto oder Zug auf uns. Für die Stimmung kann es ungemein helfen, wenn wir uns trotz der Reise an unseren normalen Rhythmus halten und zu regulären Zeiten Essen und Schlaf einplanen. Langes Sitzen kann gerade für Kleinkinder mit großem Bewegungsdrang sehr anstrengend sein. Deswegen kann es sich lohnen, schon im Vornherein nach tollen Zwischenstopps Ausschau zu halten und rund alle 2 Stunden eine Pause einzulegen: Gibt es einen Abenteuerspielplatz in der Nähe der Autobahn, eine Ritterburg oder ein kleines lustiges Museum, was man besichtigen kann oder ein IKEA-Bällebad, in welchem die überschüssige Energie mal raus darf? Für die Fahrt selbst kann natürlich auch wieder die Busy-Bag ausgepackt oder ein Hörspiel angemacht werden. Da man aber ja nie weiß, wie der Empfang ist, lohnt es sich vorab neue Folgen und beliebte Bücher runterzuladen.
6 Tipps für Hitze-Schutz im Sommer
- Schneller Cool-Down: Ein Zwischenstopp im Drogerie- oder Supermarkt kann beim Runterkühlen helfen.
- Egal ob See, Schwimmbad oder Meer: Je knalliger das Badeoutfit, desto besser kann man selbst und Rettung-schwimmer*innen Kinder im Blick behalten.
- Gerade Kleinkinder sind anfällig für Hitze, da die Temperaturregulation des Körpers noch eingeschränkt ist. Deswegen ist Abkühlung zwischendrin umso wichtiger: Das kann im Planschbecken, mit einem Eimer mit Wasser und Tasse oder in der Badewanne und Dusche sein.
- In der Stadt heizt sich die Luft meist sehr auf und bei hohen Temperaturen ist es anstrengend viel Zeit am Stück draußen zu verbringen. Ein Ausflug kann Abhilfe schaffen: Im Wald ist es meist durch den Schatten, den Waldboden und die Bäume deutlich kühler.
- Gerade kleinen Kindern fällt es schwer, viel zu trinken. Da hilft es, wenn das Wasser lecker schmeckt: Beeren, Zitrone oder Orange, Kräuter oder Gurken hinzugeben, Eistee mit wenig Zucker selber machen oder wasserhaltiges Obst schmeckt nicht nur gut, es hilft auch den Wasserhaushalt aufzutanken.
- Handtücher oder Bettlaken mit kaltem Wasser tränken und vor das offene Fenster hängen. Durch den kaltfeuchten Luftzug kühlt die Luft schneller ab.
Quellen und weiterführende Informationen zu Hitzeschutz bei Babys und Kleinkindern finden Sie u.a. beim Informationsportal sowie dem Kindergesundheitsportal des BIÖG, ehem. BZgA.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit awo lifebalance Weser-Ems erschienen.
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