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Von Grundschule bis weiterführende Schule

Die Grundschule

Die Grundschule besuchen Kinder in der Regel von der 1. bis zur 4. Klasse, in Berlin und Brandenburg bis zur 6. Klasse. In Nordrhein-Westfalen besteht keine Grundschulbezirksbindung mehr, sodass Sie bei der Schulwahl freier sind und Aspekte wie die Nachmittagsbetreuung gezielt berücksichtigen können.

Gerade für berufstätige Eltern ist eine verlässliche Betreuung am Nachmittag wichtig. Während es verbindliche Mindeststandards für Personal und Qualifikation überwiegend nur im Hortbereich gibt, unterscheiden sich die Betreuungsformen regional deutlich. In Ostdeutschland, Hamburg und Bayern ist die Hortbetreuung weiterhin verbreitet. In vielen westdeutschen Bundesländern gewinnt dagegen die offene Ganztagsschule zunehmend an Bedeutung. Am Ende der Grundschulzeit erhalten Eltern eine Empfehlung der Lehrkräfte, welche weiterführende Schulform für das Kind geeignet erscheint.


Die weiterführenden allgemeinbildenden Schulen in Deutschland sind traditionell Teil eines gegliederten Schulsystems. In der Sekundarstufe I umfasste dieses lange Zeit Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Seit der deutschen Einheit wurde diese Struktur in vielen Bundesländern weiterentwickelt und um zusätzliche Schulformen, insbesondere die Gesamtschule, ergänzt.

Zunehmend setzt sich zudem das sogenannte Zwei-Wege-Modell durch. Dabei bestehen neben dem Gymnasium integrierte Schulformen, in denen Haupt-, Real- und Gesamtschulzweige zusammengeführt sind und häufig auch eine eigene Oberstufe anbieten. Für Ihr Kind bedeutet dies mehr Flexibilität nach der Grundschule, da Bildungswege länger offenbleiben und Entscheidungen über Abschlüsse später getroffen werden können. Das erhöht die Chancen, den passenden Schulabschluss zu erreichen und gut auf eine qualifizierte Ausbildung oder ein Studium vorbereitet zu sein.

Hauptschule

Die Hauptschule ist stark praxisorientiert ausgerichtet. Ein zentrales Fach ist die Arbeitslehre, ergänzt durch mehrere Berufspraktika, die den Schülerinnen und Schülern frühzeitig Einblicke in verschiedene Berufsfelder ermöglichen.

Der Abschluss erfolgt in der Regel nach der 9. oder 10. Klasse mit dem Hauptschulabschluss, der zugleich die Berufsschulreife bescheinigt. In Nordrhein-Westfalen ist seit einigen Jahren der Besuch der 10. Klasse verpflichtend. Bei guten Leistungen kann dort die Fachoberschulreife nach Klasse 10 erworben werden, die dem Realschulabschluss entspricht. Alternativ ist ein Wechsel in den berufsbildenden Bereich möglich.

In einigen Bundesländern wurde die Hauptschule organisatorisch mit anderen Schulformen zusammengeführt. In Berlin ist sie seit 2010 Teil der Integrierten Sekundarschule.

Die Realschule

Die Realschule ist eine allgemeinbildende, weiterführende Schulform und endet in der Regel nach der Klassen 10 mit der Mittleren Reife. Mit diesem Abschluss eröffnen sich verschiedene Wege, etwa der Übergang in eine berufliche Ausbildung oder – über weiterführende schulische Abschlüsse wie die Fachoberschule – der Zugang zu bestimmten Studiengängen.

Wie bei Hauptschulen ist auch an Realschulen in den vergangenen Jahren ein Trend zur offenen Ganztagsschule zu beobachten. Eine Nachmittagsbetreuung ist jedoch nicht an allen Standorten automatisch vorgesehen.

Gymnasium

Das Gymnasium vermittelt eine vertiefte allgemeine Bildung und bereitet auf ein Studium sowie auf anspruchsvolle berufliche Ausbildungswege vor. Je nach Bundesland führt es in acht (G8) oder neun Jahren (G9) zur Hochschulreife. Die Aufnahme kann von Empfehlungen der Grundschule, zusätzlichen Prüfungen oder der Entscheidung der aufnehmenden Schule abhängen.

In einigen Bundesländern können Eltern von der Grundschulempfehlung abweichen. Auch geschlechtergetrennte Gymnasien bestehen vereinzelt weiterhin. Durch die Verkürzung der Schulzeit im Rahmen von G8 haben sich viele Gymnasien zu Ganztagsschulen entwickelt.

Gesamtschule

Die Gesamtschule vereint die Bildungsangebote von Hauptschule, Realschule und Gymnasium in einer Schulform. Dadurch bleiben Bildungswege länger offen. Nach der 10. Klasse kann Ihr Kind entweder in die Sekundarstufe II wechseln und das Abitur erwerben oder eine berufliche Ausbildung beginnen.

In vielen Bundesländern wurden Gesamtschulen organisatorisch mit Haupt- und Realschulen zu Integrierten Sekundarschulen zusammengeführt. Gesamtschulen sind in der Regel als Ganztagsschulen konzipiert, sodass die Betreuung meist bis in den späten Nachmittag, häufig bis etwa 16 Uhr, gewährleistet ist.

Ganztagsschulen

Ganztagsschulen gibt es inzwischen in vielen Bundesländern und Schulformen, darunter Grundschulen, Gesamt- und Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien sowie Integrierte Sekundarschulen. Die Angebote reichen von Hausaufgabenbetreuung und Förderunterricht bis hin zu Arbeitsgemeinschaften aus den Bereichen Kultur, Sport und Spiel.

Als Ganztagsschulen gelten Einrichtungen,

  • die im Primar- und Sekundarbereich an mindestens drei Tagen pro Woche ein ganztägiges Angebot von jeweils mindestens sieben Zeitstunden bereitstellen,
  • die an allen Ganztagstagen eine Mittagsverpflegung anbieten und
  • deren Ganztagsangebote inhaltlich mit dem Unterricht verzahnt sind und unter Verantwortung der Schulleitung stehen.

Diese Struktur unterstützt Kinder nicht nur fachlich, sondern schafft auch verlässliche Rahmenbedingungen für Familien.


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