Zu den Förder- und Spezialschulen zählen unterschiedliche Schulformen für Kinder mit besonderen Lern- oder Förderbedarfen. Dazu gehören Schulen für Kinder mit vorübergehenden Lernschwierigkeiten, für Hochbegabte sowie für Kinder mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Ziel ist es, auf individuelle Bedürfnisse gezielt einzugehen und passende Lernbedingungen zu schaffen.
Einige dieser Schulen sind als Internate organisiert, um eine besonders intensive Förderung zu ermöglichen und Familien zusätzlich zu entlasten.
Internate
Ein Internat ist eine Bildungseinrichtung, in der Schüler nicht nur unterrichtet werden, sondern auch wohnen, essen und leben, oft in einer festen Gemeinschaft mit intensiver Betreuung durch pädagogisches Fachpersonal (Lehrer, Erzieher, Hauseltern). Es kann in bestimmten familiären Konstellationen oder bei häufigen berufsbedingten Ortswechseln eine sinnvolle Alternative zur Regelschule sein.
Häufig handelt es sich um Gymnasien, die Kinder ab Klasse 5 oder erst in der Oberstufe auf Studium oder Berufsleben vorbereiten. Daneben gibt es Internate mit Haupt- oder Realschulzweig sowie heilpädagogischer Ausrichtung.
Internate unterscheiden sich zudem deutlich nach ihrer Trägerschaft. In Deutschland stellen kirchliche Internate die größte Gruppe. Daneben existieren Landeserziehungsheime, Privatschulen, Einrichtungen des Christlichen Jugenddorfwerks, öffentliche Internate in Trägerschaft der Länder sowie Eliteschulen des Sports.
Die Kosten für Internate in freier Trägerschaft variieren erheblich und liegen meist zwischen unter 1.000 Euro und etwa 3.000 Euro pro Monat. Bei staatlich anerkannten Abschlüssen können Eltern bis zu 5.000 Euro jährlich als Schulgeld steuerlich geltend machen.
Internate in Deutschland, die Mitglied im Verband Deutscher Privatschulen sind, finden Sie hier.
Alternative Schulkonzepte
Neben dem staatlichen Schulsystem gibt es in Deutschland zahlreiche alternative Schulformen, die auf reformpädagogischen Ansätzen beruhen. Einige dieser Schulen befinden sich in öffentlicher Trägerschaft, etwa bestimmte Montessori-Grundschulen, der überwiegende Teil wird jedoch von privaten Trägern geführt.
Wenn Ihr Kind nach dem Schulabschluss eine Ausbildung oder ein Studium in Deutschland anstrebt, sollten Sie sorgfältig prüfen, welche Anschlussmöglichkeiten der jeweilige Abschluss tatsächlich eröffnet. Ebenso wichtig ist die Frage, ob es sich um einen staatlich anerkannten Abschluss handelt oder um externe Prüfungen.
Alternative Schulformen sind in der Regel auf ein offeneres Lernverständnis ausgerichtet als staatliche Schulen. Kreativität, Eigenverantwortung und selbstbestimmtes Lernen nehmen dabei einen hohen Stellenwert ein.
Hier zwei Beispiele:
Montessori-Schulen
Zentraler Leitsatz der Montessori-Pädagogik ist: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Lehrkräfte fördern das eigenständige Lernen durch genaue Beobachtung und setzen vor allem auf altersübergreifende Freiarbeit. Ergänzend findet gebundener Unterricht mit Gleichaltrigen statt, um den Übergang an Regelschulen zu erleichtern. Leistungskontrollen sind vorgesehen, häufig in Form von Lernentwicklungsberichten; Noten werden meist erst ab der 4. Klasse vergeben. Da es nur wenige Montessori-Gymnasien gibt, ist das Abitur nur an wenigen Standorten möglich. Viele Montessori-Schulen arbeiten integrativ. Während an Schulen in privater Trägerschaft Schulgeld erhoben wird, ist der Besuch städtischer Montessori-Schulen kostenfrei.
Waldorfschulen oder Rudolf-Steiner-Schulen
Waldorfschulen basieren auf der von Rudolf Steiner entwickelten Anthroposophie. In Deutschland gibt es rund 200 staatlich anerkannte Ersatzschulen. Charakterliche Beurteilungen ersetzen klassische Zeugnisse, ein Sitzenbleiben ist nicht vorgesehen. Der Unterricht erfolgt in den ersten Jahren überwiegend im Epochenunterricht durch eine feste Klassenlehrkraft, ergänzt durch Fachunterricht etwa in Fremdsprachen. Alle staatlichen Schulabschlüsse, einschließlich Abitur, können an Waldorfschulen erworben werden. Da öffentliche Mittel die Kosten nur teilweise decken, wird einkommensabhängiges Schulgeld erhoben.
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