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Pflege & Arbeit miteinander vereinbaren

Eine gute Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege Angehöriger ist nur mit einem hohen Maß an Flexibilität und Unterstützung möglich. Die Anforderungen des Berufs, der Anspruch der eigenen Familie und die Erwartungen und Wünsche des*der pflegebedürftigen Angehörigen, sind ohne Unterstützung von außen kaum in Einklang zu bringen. Innerhalb eines Strudels von Forderungen und Dingen, die erledigt werden müssen, und vor dem Hintergrund der limitierten Zeitressourcen, die Ihnen zur Verfügung stehen, bewältigen Sie Ihren anspruchsvollen Alltag.

Die Notwendigkeit, die Pflege von Angehörigen zu übernehmen, ist selten planbar, denn sie tritt häufig plötzlich nach einem Unfall oder durch eine Erkrankung ein. Im Verlauf einer Erkrankung steigt Ihre Belastung fortschreitend mit den Pflegeaufgaben. Gleichzeitig sinken oft die Kraftreserven in einem schleichenden Prozess. Der Arbeitsplatz erfordert gute und verlässliche Leistungen, aber es fällt Ihnen zunehmend schwerer, bei der Arbeit zeitlich flexibel und motiviert zu sein. Viele Betroffene sprechen am Arbeitsplatz nicht über die physischen und psychischen Belastungen, denen sie durch die Pflege einer*eines Angehörigen jeden Tag ausgesetzt sind. Verständnis für die besondere Lebenssituation von Beschäftigten mit Pflegeaufgaben kann sich jedoch durch eine offene Kommunikation am Arbeitsplatz positiv entwickeln.

Viele Arbeitgeber*innen und Organisationen haben erkannt, welche Bedeutung eine gute Unterstützung und Information für die betroffenen Beschäftigten hat. Pflegende Beschäftigte werden zum Beispiel durch Aufklärung, Beratung und eine flexible Gestaltung der zeitlichen Rahmenbedingungen unterstützt. In immer mehr Unternehmen gibt es zudem Pflegenetzwerke von Betroffenen für Betroffene.

Beamt*innen des Bundes sowie Soldat*innen haben seit 2016 ebenfalls einen Rechtsanspruch auf Pflegezeit. Sie erhalten einen Vorschuss zur besseren Bewältigung des Lebensunterhaltes während der Zeit der Freistellung, die mit einer Gehaltsreduzierung verbunden ist.

Als Eltern eines Kindes mit Behinderung, einer schweren Mehrfachbehinderung oder einer schweren chronischen Krankheit erleben Sie in den ersten Lebensmonaten oft eine Achterbahn der Gefühle: Auf der einen Seite ist da die Freude über Ihr Kind, so wie bei allen anderen Eltern, auf der anderen Seite werden Sie mit einer ganzen Reihe von Herausforderungen und bürokratischen Hürden konfrontiert. Häufig sind weitere Untersuchungen erforderlich, bis der Befund eindeutig vorliegt. Ihre Lebensplanung muss neu überdacht und geordnet werden, um Ihrem behinderten Kind einen Platz darin zu geben. Empfehlenswert ist hier der Ratgeber „Mein Kind ist behindert – diese Hilfen gibt es“ des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V., der viel Wissenswertes zum Thema bereithält.


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